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Ausschreibungstipps für Literarische Wettbewerbe
letze Änderung: 15. Juni 2003
erstellt am: 10. November 2002

Tipps von Sandra Uschtrin
Tipps von Simone Bertram

Tipps von Sandra Uschtrin

"... In unserer jüngsten Sitzung hat unsere Schreibgruppe beschlossen, einen Literaturpreis ins Leben zu rufen, wobei es nun meine Aufgabe ist, zusammen mit einer Jury die Richtlinien für diesen Literaturpreis festzulegen. Nun meine Bitte an Sie: Könnten Sie mir Informationen über solche Richtlinien geben ..."

Hier einige Anregungen (die mit Sicherheit nicht alles berücksichtigen), was vor einer Ausschreibung (nicht nur) vonseiten der VeranstalterInnen zu klären ist:

1. Was möchte man mit dem Wettbewerb bezwecken? Z. B.:

- Förderung des literarischen Nachwuchses (siehe z. B. "Literaturpreis Ruhrgebiet")
- Leseförderung von Kindern und Jugendlichen (siehe z. B. "Buxtehuder Bulle")
- PR-Effektt (siehe z. B. "Allegra-Literaturwettbewerb")
- Verbreitung bestimmter (weltanschaulicher) Ideale (siehe z. B. "Buchpreis 'Lesen für die Umwelt'", "Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher", "Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis")

2. Welche Wettbewerbe gibt es bereits, die ein ähnliches Spektrum abdecken (vergleiche hierzu auch die Auflistung "Preise nach Genre")? Mit welchem Preis ließe sich Neuland betreten?

3. Bleibt der Wettbewerb eine "Eintagsfliege" (500-jähriges Jubiläum der Stadt X) oder soll er jährlich / alle 2 , 3 Jahre ausgeschrieben werden? In (jährlich) wechselnden Genres (Prosa, Lyrik, Essay etc.)? Als allgemeiner Kunst- und Kulturpreis in (jährlich) wechselnden Sparten (Musik, Theater, Literatur, Fotografie, Darstellende Kunst, Tanz etc.)?

4. Name des Preises: möglichst zugkräftig u. einprägsam u. (juristisch einwand-) "frei" und so, dass er zum Mitmachen anregt. (Frage: Regt ein "Tom-Sawyer-Preis", mit dem sich die Stadt Rees an "Jugendliche der Klassen 5 bis 10" wenden möchte, tatsächlich zehn- bis 16-jährige Jungen und (!) Mädchen zum Mitmachen an? Wäre ein "Eminem-Preis" in dieser Altersgruppe nicht zugkräftiger?)

5. Wer darf mitmachen?:
- Altersbegrenzung? Ja? Nein? ("für Jugendliche von 10-14 und von 14-18 J.", "ab dem 18. Lebensjahr", "nicht älter als 35 Jahre, Stichtag ist der 22. März 2003 ")
- Regionaler Bezug? Ja? Nein? (AutorIn lebt/ist geboren in (Bundes-)Land XY. / Handlung spielt in der Region XY.)
- sprachliche Eigenheiten ("alle deutschsprachigen AutorInnen" / "Texte in niederdeutscher Sprache" etc.)
- Vorkenntnisse / Qualifikation: z. B. muss die Autorin/der Autor bereits eine Veröffentlichung - in Buchform? - vorweisen können? Wenn ja: Darf diese Publikation auch im Eigenverlag erschienen sein? ("Als adäquate Veröffentlichung gelten Prosaarbeiten in Buchform, Beiträge für im Buchhandel erhältliche Anthologien und Zeitschriften. Als NICHT adäquat gelten Texte, die im Eigenverlag erschienen sind.")
- andere Eigenschaften: z. B. Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (siehe z.B. "Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene")?

6. Wer darf nicht mitmachen? ("Angehörige des Verlags sind von der Teilnahme ausgeschlossen." / "GewinnerInnen der letzten Jahre")

7. Wer genau tritt als VeranstalterIn auf? Kooperation denkbar mit:
- Organisation / Institution (Kulturamt der Stadt, Gemeinde, Stiftung etc.)
- Zeitung / Zeitschrift
- Buchhandlung / Schreibwarenladen X / Gartencenter Y / Discothek Z
- Sparkasse / Bank
- Verlag / Sender
- Literaturbüro / (Autoren-)Verein
- Reisebüro etc.

8. Welches Genre? (auch Hörspiel? Lyrik und Prosa? nur Prosa? Kinder-und Jugendbuch? Krimi? Übersetzungen? etc.)

9. Themenausschreibung? ("Die Wüste lebt" ...) - Ja? Nein?

10. Darf der eingereichte Text bereits veröffentlicht sein (veröffentlicht/ unveröffentlicht)? Was zählt als Veröffentlichung ("Die Texte dürfen in keiner Form und/oder Bearbeitung veröffentlicht oder zuvor bei ähnlichen Wettbewerben eingereicht worden sein. Auch eine öffentliche Lesung gilt dabei als Veröffentlichung.")?

11. Einsendeschluss? ("Es gilt das Datum des Poststempels.")

12. Bekanntgabe der Ausschreibung:
- wann (ca. ein halbes Jahr vor dem Einsendeschluss)?
- wo (lokale / regionale / überregionale Medien, z. B. in "Kunst & Kultur", hier im Internet: info@uschtrin.de; Presseverteiler erstellen)
- wie (möglichst "lesbar" - kein Beamtendeutsch - und so, dass keine Frage offen bleibt)

13. Dotation:
- ein Preis / mehrere Preise (1., 2., 3. Preis; Publikumspreis; Anerkennungspreis)
- Geld / Sachpreise, z. B. :
- - 5.000 Euro / Stipendium
- - kostenlose Teilnahme an einer Schreibwerkstatt
- - Teilnahme an einer gemeinsamen Lesung (Reisekosten-Erstattung?)
- - Veröffentlichung des Manuskripts im Verlag XY (Wichtig: Ist der Verlag seriös? Wie sieht der Vertrag aus? Vergleiche mit dem Normvertrag!)
- - Wellness-Wochenende, Auto, Bücher, Zeitschriftenabo ...

14. Wie und wo sollen die Texte eingereicht werden?
- per Post? als eMail? auf Diskette?
- Adressat: Veranstalter? Jedes Jurymitglied?
- In einfacher / x-facher (für jedes Jurymitlgied) Ausfertigung? Geheftet? nur mit Büroklammer zusammengehalten?
- Länge des Textes: Wieviele Normseiten (60 Anschläge mal 30 Zeilen) mit welchem Schriftgrad (12)?

15. Was ist noch einzureichen?  Z. B.:
- Lebenslauf (wie ausführlich? 5-10 Zeilen?)
- Bibliografie
- Foto ("Das Foto sollte honorarfrei für das Programmheft und für die Ankündigung der Veranstaltung im Internet zur Verfügung stehen". )
- genaue Adresse mit Telefonnummer und eMail-Adresse sowie Ausweichadresse (für den Notfall, z. B. Umzug)
- ggf. Anmeldeformular
- schriftliche Bestätigung, dass sich die teilnehmende Person mit den Ausschreibungsbedingungen einverstanden erklärt

16. Einreichung mit Kennwort (= Anonymisierung der Autorin)? Wenn ja: genaue Beschreibung des Prozederes, z. B.: "Der Beitrag ist anonym einzureichen, also mit einem Kennwort auf den Textseiten und mit persönlichen Angaben in einem verschlossenen Briefumschlag, der dieses Kennwort trägt."

17. Jury:
- Wieviele Mitglieder?
- Wer ist kompetent?
- Sollen die Namen (u. Funktionen mit Adressen) bekannt gegeben werden?
- Wer erhält bis wann wieviele Texte und hat diese bis wann durchgearbeitet?
- Entlohnung?

18. Entscheidungsfindung:
- Lektorat?
- Vorjury? Hauptjury? Publikumsentscheid während einer Lesung (siehe dazu z. B. den "Open Mike" oder den "Leonce-und Lena-Preis")?
- Öffentliche / nicht öffentliche Diskussionsrunde? Münze? ("Die Jury behält sich vor, den Preis auch aufzuteilen bzw. nicht zu vergeben.")

19. Wer stiftet den Preis / die Sachpreise? (siehe dazu auch Punkt 7)

20. SponsorInnen (Wer übernimmt die anfallenden Kosten)? (siehe dazu auch Punkt 7)

21. Bekanntgabe der GewinnerInnen:
- wann? ("Die GewinnerInnen werden in der zweiten Julihälfte benachrichtigt.")
- wie (schriftlich, telefonisch, auf der Website)?
- wo? in den Medien (Presseverteiler?)?
- Werden auch die "Loser" benachrichtigt?

22. Preisverleihung:
- wo (Location: Bierzelt? Stadthalle?)
- wann (noch im selben Jahr wie die Ausschreibung? morgens, abends?)?
- durch wen (Laudatio?)?
- wie (Festakt?)?

23. Wem werden die Reise- und Aufenthaltskosten erstattet? (Z. B. "Die 18 ausgewählten und eingeladenen Autorinnen und Autoren erhalten für ihre Lesung ein Startgeld. Anfallende Fahrtkosten werden bei Benutzung der Bahn 2. Klasse bis max. 200,- Euro erstattet.")

24. Juristisches, z. B.: "Für die Ausschreibung und die Preisverleihung ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Mit der Einsendung der Bewerbung erklärt siche jedeR TeilnehmerIn mit den vorstehenden Bedingungen einverstanden."

25. Rücksendung der Manuskripte (großer organisatorischer Aufwand)? Ja? Nein? Wenn nein: in der Ausschreibung vermerken! Auch darauf hinweisen, dass nur Kopien und keine Originale einzusenden sind.)

26. Angabe der genauen Kontaktadresse der Veranstalterin mit Telefonnummer und eMail-Adresse für Rückfragen (wenn möglich außerdem eigene Homepage für den Wettbewerb basteln)

Tipps von Simone Bertram

Quelle: Der folgende Artikel "Der ideale Literatur-Wettbewerb - Ein Artikel für Ausrichter"  von Simone Bertram findet sich als Erstabdruck im "Handbuch der Kulturpreise", 4. vollständig neu bearbeitete Ausgabe für den Zeitraum 1995-2000, Hg. Andreas Joh. Wiesand (Zentrum für Kulturforschung), gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM); ARCult Media/Bonn 2001; ISBN 3-930 395-24-X; 1656 S., Euro 50,-, S. LII f.

Copyright: Simone Bertram

Der ideale Literatur-Wettbewerb - Ein Artikel für Ausrichter
von Simone Bertram (simone.bertram@web.de)
Der ideale Literatur-Wettbewerb ist zunächst einmal glaubhaft anonym. Bei vielen Juries hat sich die Variante des verschlossenen Umschlags mit enthaltener Vita durchgesetzt, der durch ein Kennwort oder eine Zahlenkombination dem Beitrag zugeordnet werden kann. Ist der Wettbewerb nicht anonym, drängt sich häufig der Verdacht auf, die Ausrichter interessierten sich mehr für einen schmückenden prominenten Namen als für einen guten Text.

Bereits die Ausschreibung des idealen Wettbewerbs ist klar formuliert und enthält alle nötigen Informationen: welche Art Text zu welchen Thema in welcher formalen Form in wievielen Exemplaren einzureichen ist, wer in der Jury sitzt, wie das weitere Procedere ablaufen wird usw. Eine gute Ausschreibung macht Rückfragen überflüssig, denn auch Autoren müssen für Telefongespräche und Porto bezahlen.

Der ideale Wettbewerb trennt die Gattungen. Lyrik kann nicht mit Prosa, Kurzgeschichten nicht mit Romanauszügen, Essays oder Aphorismen verglichen werden. Sind doch unterschiedliche Gattungen zugelassen, sollten sich die Ausrichter auf jeden Fall zwischen Kinderliteratur und Erwachsenenliteratur entscheiden.

Wird ein Thema gestellt, zu dem Texte eingereicht werden sollen, ist es für teilnahmewillige Autoren hilfreich, wenn das Thema irgendwo auf dem schmalen Grad zwischen interpretierbar und konkret angelegt ist. Themen wie "Zeiten und Orte" sind genauso unsinnig wie "Maisfelder in Südpommern". Sehr zweifelhaft ist auch der Sinn von Wettbewerben, die Texte in der Tradition eines bestimmten Autors verlangen, denn was soll der Teilnehmer dann tun: Abkupfern? Oder eine germanistische Abhandlung schreiben?

Viele Wettbewerbe sind auf eine bestimmte Gruppe von Menschen beschränkt, z.B. auf Einwohner eines bestimmten Bundeslandes. Das liegt nahe, wenn das ausgelobte Geld von diesem Bundesland bereit gestellt wird. Die Voraussetzung von einem eigenen Buch oder Veröffentlichungen in Anthologien soll einen gewissen Qualitätsstandard sichern. Weniger Sinn macht dagegen eine Altersbeschränkung. Sie degradiert den Preis zur Nachwuchsförderung und schließt die Autoren (oft vor allem die Autorinnen) aus, die vielleicht erst spät angefangen haben, zu schreiben.

Der ideale Wettbewerb lobt keine Summen aus, die unter 2000 Mark liegen. Bei geringeren Preisgeldern riecht man förmlich den Wunsch der Ausrichter mit ein oder zwei strahlenden Autoren billig Werbung für die Stadt oder den Verein machen zu können. Summen, die niedriger als 5000 Mark sind, sollten auch nicht durch mehrere Sieger geteilt werden. Und, falls der Preis geteilt wird, sollten die Restbeträge in einem gesunden Verhältnis zur ausgelobten Gesamtsumme stehen. Nicht so geschehen bei einem Preis, der angeblich mit 15.000 dotiert ist, aber regelmäßig durch drei bis fünf Autoren geteilt wird.

Die ideale Besetzung des idealen Wettbewerbs setzt sich zusammen aus fachkundigen Menschen wie Autoren, Kritikern, Journalisten, Germanisten oder engagierten Buchhändlern. Vertreter einzelner Parteien sorgen zwar für den lokalpatriotischen Bezug, sind aber nicht wirklich eine Hilfe, da sie weder für den Qualitätsstandart der ausgesuchten Texte bürgen, noch eine hohe Werbewirksamkeit haben. Dazu eignen sich natürlich am besten wirklich prominente Schriftsteller. Die sind dann allerdings wieder teuer.

Zum idealen Wettbewerb bzw. zur idealen Preisverleihung werden die Finalisten/Sieger möglichst frühzeitig eingeladen. Etwa ein Monat vorher sollen alle Beteiligten Bescheid wissen, damit jeder planen kann. Findet die Veranstaltung im Ausland statt, ist es günstig, die Einladungen noch früher zu verschicken. Besonders gut organisiert ist ein Wettbewerb, wenn schon in der Ausschreibung deutlich wird, wann, in welcher Stadt und in welchem Rahmen die geplante Veranstaltung stattfinden wird.

Daß Reisekosten und Übernachtung von den Ausrichtern übernommen werden, ist selbstverständlich. Diese Tatsache sollte auch bereits im Einladungsbrief geklärt werden, um den Autoren peinliche Rückfragen zu ersparen. Die Reise organisieren die Autoren natürlich selbst, es ist aber äußerst hilfreich, auf lokale Eigenheiten aufmerksam gemacht zu werden, z.B. wenn im Verleihungsort Sonntags keine Taxen fahren. In diesem Fall wäre es nett, dem anreisenden Autor anzubieten, ihn vom Bahnhof abzuholen. Auch Adresse und Telefonnummer des gebuchten Hotels empfiehlt sich, damit der Autor sich u.U. vorher nach dem erkundigen kann, was er wissen möchte.

Nach der offiziellen Preisverleihung noch einen Empfang zu geben oder die Teilnehmer zum Essen einzuladen, beweist einen guten Stil und macht auch Sinn. Denn wenn die Spannung vorbei ist, können sich Jury, Publikum und Finalisten kennenlernen und darüber reden, worum es eigentlich geht: die Literatur, den Literaturbetrieb, den Literaturklatsch.

Sollte die Preisverleihung/ Auslobung öffentlich sein und sollte dabei etwas für das leibliche Wohl angeboten werden, spricht es nicht gerade für die Ausrichter, bei Gästen und teilnehmenden Finalisten die Tasse Kaffee abzurechnen.

Alle beteiligten Autoren sind neugierig, gegen wen sie antreten. Oft erfährt man aber nicht einmal die Namen der Konkurrenz. Vorbildlich bei der Organisation ist ein Berliner Wettbewerb, bei dem alle Teilnehmer vor der Reise die Texte und ein Programmheft mit Kurzbiographien und Fotos sowie allen Terminen erhalten.

Ideale Wettbewerbs-Ausrichter wissen, daß es neben der Kunst auch um Werbung geht. Für den Verein/die Stadt wie für die Autoren. Also machen sie nach Kräften Werbung, mobilisieren die Lokalpresse, indem sie bereits vorab die Texte und Biographien der Finalisten an die entsprechenden Redaktionen schicken, binden eventuell den Rundfunk mit in die Veranstaltung ein und informieren die Presseagenturen von dem Ergebnis. Sinnvoll ist es auch, der Presse am Wohnort der Autoren Bescheid zu sagen, damit die ihrerseits berichten können. Selbstverständlich sollte es sein, daß die Sieger/Finalisten, wenn alles vorbei ist, einen gut kopierbaren Pressespiegel für ihre eigenen Unterlagen erhalten.

Nützlich für die Publicity ist auch ein interessiertes Publikum. Beim Bachmann-Preis in Klagenfurth, aber auch bei kleineren Wettbewerben hat sich eine Kopie der Texte als nützlich erwiesen, damit alle verfolgen können, was vorne eigentlich passiert. Besonders schön, aber teuer für die Veranstalter ist der Luxus einer Wettbewerbs-Anthologie, die eine ISBN-Nummer haben sollten und in denen man alle Texte und eventuelle Jury-Diskussionen nachlesen kann.

Öffentliche Jury-Sitzungen, bei denen über die gelesenen Texte direkt anschließend diskutiert wird, sind Geschmackssache. Auf der einen Seite macht das die Entscheidung der Jury transparenter. Und wenn man eine sprachgewandte Jury mit einem gewissen Show-Talent aufbieten konnte, haben diese Diskussionen manchmal mehr Unterhaltungswert als die vorgestellten Texte. Allerdings sitzen währenddessen die Autoren wie auf dem Präsentierteller. Ihnen sollte man die Möglichkeit geben, vor der Diskussion die Bühne zu verlassen. Außerdem sollte auf die geplante öffentliche Diskussion bereits in der Ausschreibung deutlich hingewiesen werden, da dieser Punkt manche Autoren von einer Teilnahme abhalten wird.

Daß der Sieger ein gern gesehener Gast war, können die Veranstalter damit zeigen, daß sie den Vorjahressieger beim nächsten mal wieder einladen, entweder um einfach zuzuhören, um mit einer Lesung seine Weiterentwicklung zu demonstrieren, um die Laudatio zu halten oder um in der Jury mitzuwirken.

Und last: bei idealen Wettbewerben erhalten alle Autoren, die nicht gewonnen haben, eine Absage, in der sie auch die Namen der Sieger und eventuell sogar Kommentare der Jury über die Siegertexte erfahren.

Simone Bertram


© Sandra Uschtrin | Uschtrin Verlag | 2010

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