Mit dem Preis sollen Gefangene motiviert und unterstützt werden, ihre Situation literarisch zu verarbeiten. Außerdem soll die kritische Auseinandersetzung mit dem bundesdeutschen Strafvollzug in der Öffentlichkeit gefördert werden. Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz und Würdigung ihres Engagements in der Straffälligenarbeit.
Teilnehmen können alle inhaftierten Frauen und Männer (Einzelpersonen od. Schreibgruppen) sowie ehemalige Inhaftierte aus deutschsprachigen Ländern.
Ausschreibung 2004
Zum sechsten Mal soll der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene vergeben werden. Wir rufen alle inhaftierten Frauen und Männer, Einzelpersonen und Schreibgruppen (auch ehemals Inhaftierte) auf, sich mit der Einsendung von Texten zu beteiligen. Das Thema der diesjährigen Ausschreibung lautet:
"Schrei (b) auf..."
"...brings zu Papier. Gib deinen Worten, die in dir körperlos fliegen, Buchstaben, Anfang und Ende. Gib den Gedanken Form, mach sie zu Worten, fädel die Worte auf zu Ketten, lass die Gedanken Materie werden." (H.M.H.)
Wir wissen: Die Lage in bundesdeutschen Gefängnissen ist in den vergangenen Jahren eher schlechter als besser geworden. Viele Gefangene leiden unter erschwerten Haftbedingungen: Überbelegung der Haftanstalten, Arbeitslosigkeit, mangelnde psychologische Betreuung, Trennung von der Familie, fehlende Aussicht auf Lockerungen, düstere Zukunftsaussichten. Das sind einige Schlagworte, die im Gespräch mit Gefangenen immer wieder fallen. Das Schreiben wird für sie zum Ventil für innere Aufruhr und unerträglichen Schmerz. Die Öffentlichkeit nimmt kaum Notiz von der zugespitzten Situation im Knast.
"Ich möchte schreien, und da ich nicht schreien kann, schreibe ich."
Dies teilt uns Lisa Stiller in einer stark belastenden Lebenskrise mit. Ähnliche Erfahrungen machen auch die Gefangenen, die in angespannten Situationen zu Stift und Papier greifen. Wir rufen dazu auf, diesem Beispiel zu folgen.
Senden Sie uns spontane Texte, Erfahrungsberichte, Reportagen, Briefe, Gedichte, Erzählungen, Romane, Hörspiele, Features oder andere Textformen. Diese sollten in deutscher Sprache sein. Teilnehmen dürfen Inhaftierte oder ehemals Inhaftierte.
Aus den eingesandten Manuskripten wählt eine Jury die besten Texte aus, die publiziert und im Rahmen der Preisverleihung in Anwesenheit der Preisträger der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.
Einsendungen bis zum 30. Mai 2004 an:
Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis, c/o Gefangeneninitiative e.V., Hermannstr. 78, 44263 Dortmund, fon: 0231/412114
oder
Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis, c/o Dokumentationsstelle Gefangenenliteratur, Universität Münster, Leonardo-Campus 11, 48149 Münster, Tel.: 0251/8339316
Schirmherr 2004: George Tabori
Der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis wird alle ca. alle 2-3 Jahre ausgeschrieben.
zurück zu: Literaturpreise & Literaturwettbewerbe - alphabetisch
zurück zu: Literaturpreise & Literaturwettbewerbe - nach Genre
© Sandra Uschtrin | Uschtrin Verlag | 19972012
über 25 Jahre "Handbuch für Autorinnen und Autoren"
Die Jubiläumsausgabe!
Hardcover. 704 Seiten. 49,90 EUR. www.uschtrin.de/handbuch.html
Uschtrin Verlag,Taxisstr. 15, D-80637 München, fon: +49 (0) 89 159 80 166, fax: +49 (0) 89 159 80 167
eMail: info@uschtrin.de, Internet: www.uschtrin.de