Originaltext, siehe: www.nationaltheater-weimar.de
Sechs Jahre nach ihrem philosophischen Preisausschreiben im Kulturstadtjahr 1999 ruft die Stadt Weimar nun erneut zum Essay-Wettbewerb auf:
Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet
Im Essay versucht sich die Autorin/der Autor an der Freiheit und riskiert im Wissen um ihre/seine konstitutive Unvollständigkeit eine Architektur aus Bruchstücken.
"Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet" lautet das Preisthema zum Schillerjahr 2005, mit dem Weimar dem bundesweiten Leitbegriff zum 200. Todesjahr Friedrich Schillers - "Freiheit!" - begegnet, um sich sogleich wieder kunstvoll von ihm frei zu machen. "Die Freiheit - als eine schöne Kunst betrachtet" - dieses Preisthema beginnt vielleicht als "eine Liebhaberei" jenseits aller Gesetze: "Jetzt können auch Geschmack und Kunstsinn zu ihrem Recht kommen". Die schönsten Träume der Freiheit werden "im Kerker geträumt", heißt es bei Friedrich Schiller.
Doch indem der Mensch die moralischen Gebote in seinen eigenen Willen aufnimmt, werde er mit Freiheit und Autonomie belohnt. Was aber, wenn Freiheit und Schönheit jenseits dieser Gebote geortet werden? Zwischen souveräner Lebenskunst und freier Staatskunst, zwischen autonomer Kultur und ästhetischem Diskurs schillert das Weimarer Preisthema und setzt im reduzierten Pathos des Betrachters auf die Freiheit des Essays.
Die Regeln aber sind für alle gleich: Gesucht ist ein Text auf 10 DIN A4-Seiten (40 Zeilen à 70 Zeichen), in der Wettbewerbssprache Deutsch abgefasst und bis zum 31. Juli 2005 eingereicht (Poststempel). Die Texte werden bei ihrem Eintreffen in der Pressestelle der Stadt Weimar sogleich anonymisiert und mit einem Code versehen. Jeder Text wird von mindestens zwei Mitgliedern einer Weimarer Eingangsjury gelesen, die aus Mitarbeitern zahlreicher Kultureinrichtungen der Stadt zusammengesetzt ist. Eine Endjury trifft aus der Vorauswahl anschließend ihre endgültige Entscheidung. Diese wird am 10. November im Rahmen einer Feier am Deutschen Nationaltheater Weimar verkündet. Das Preisgeld für die Siegerin/den Sieger beträgt 10.000 Euro; 2. Preis: 5.000 Euro; 3. Preis: 3.000 Euro. Die Ausschreibung richtet sich an Interessierte aus aller Welt, die anhand der Preisfrage freidenkend miteinander konkurrieren können.
Der Wettbewerb wird veranstaltet im Rahmen des Festivals "Räuber+Gendarmen" des Vereins Schiller05 mit der Stadt Weimar, dem Deutschen Nationaltheater & Staatskapelle Weimar, der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar, dem Goethe-Institut und dem Kolleg Friedrich Nietzsche der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen. Er wird unterstützt von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien und zahlreichen weiteren Einrichtungen und Institutionen. Dank für Unterstützung geht an LETTRE INTERNATIONAL, die der Gruppe der Organisatoren hilfreich zur Seite stand. Medienpartner ist 3sat/Kulturzeit. Der Sender plant parallel zur Weimarer Ausschreibung eine Bildessay-Reihe zum Thema "Freiheit!" in Kulturzeit. Zum festen Kreis der Endjury gehören Götz-Lothar Darsow (Literaturwissenschaftler, Hannover), Carolin Emcke (Journalistin und Philosophin, Berlin), Mikhail Ryklin (Schriftsteller, Essayist und Philosoph, Moskau), Elke Schmitter (Schriftstellerin, Kulturjournalistin, Berlin), Joseph Vogl (Kultur- und Literaturwissenschaftler, Weimar/Berlin), Roger Willemsen (Publizist und Fernsehmoderator, Hamburg).
Die Wettbewerbstexte sind per Einschreiben an das
Presseamt der Stadt Weimar
Markt 1
99421 Weimar
zu schicken. Bitte geben Sie im Absender eine Email-Adresse und Telefonnummer an.
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