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... Andrea Kammann
(Buechereule.de)
erstellt am: 6. September 2008

(In: Federwelt Newsletter Nr. 102 vom September 2008

Drei Fragen an ... Andrea Kammann (Buechereule.de)

Buechereule.de wird in Kürze fünf Jahre alt. Seine 3.200 Mitglieder schreiben am Tag etwa 500 Beiträge über Bücher und Autoren - eine erstaunliche Menge. Was, denkst du, macht Buechereule.de so attraktiv?
 
Es ist die Vielfalt der Bücher, die vorgestellt werden und die der Themen, die behandelt werden. Ich freue mich, dass wir bei den täglichen Beiträgen sogar noch zulegen konnten und inzwischen bei 1.000 und mehr sind. Die Büchereule ist ein virtueller Treffpunkt ganz unterschiedlicher Leser aus aller Welt mit ganz unterschiedlichen Vorlieben und Themenschwerpunkten. Dies ergibt einen, wie ich meine, sehr spannenden Mix, der die unterschiedlichsten Literaturbereiche abdeckt.
 
Dabei ist die Büchereule eine Plattform, die sich zwar in erster Linie um Bücher dreht, es werden aber abseits davon auch noch andere Themen wie Filme, Musik und ganz alltägliche Themen und Diskussionen angesprochen.
 
Werden virtuelle Treffpunkte rund ums Buch wie Buechereule.de irgendwann die klassischen Buchhandlungen ablösen?
 
Nein, das glaube ich nicht. Die klassischen Buchhandlungen haben nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, denn das Herumstöbern, das Anlesen interessanter Bücher und die persönliche Beratung können nicht so einfach virtuell ersetzt werden. Es ist ein ganz anderes Feeling als der virtuelle Buchkauf.
 
Ich sehe uns auch eher als Ergänzung dazu. Einerseits informieren sich natürlich viele Leser bei uns über Bücher, die sie interessieren und gerade Büchereulen, die einander schon länger virtuell kennen, wissen, wer einen ähnlichen Buchgeschmack hat und können sich entsprechend an den Buchkaufempfehlungen der anderen orientieren.
 
Doch sehr oft erfolgt auch erst nach dem Lesen des Buches ein reger Austausch über die Lektüre oder in einer der zahlreichen Leserunden, die bei uns Monat für Monat vom Klassiker bis zur Neuerscheinung das ganze Spektrum der Literatur behandeln.
 
Häufig werden bei Buechereule.de Leserunden von den Autoren begleitet, die das jeweilige Buch geschrieben haben. Tanja Kinkel, Andreas Eschbach, Sebastian Fitzek, Kai Meyer, Iny Lorentz, Andreas Franz - du kriegst sie alle. Warum schätzen Autoren deine Leserunden?
 
Ich staune selbst immer wieder, welche Autoren bei unseren Leserunden zusagen und freue mich sehr darüber. In diesen gemeinsamen Leserunden findet ein sehr offener und ehrlicher Austausch mit den Lesern statt, von dem im Idealfall beide Seiten profitieren: Die Autoren können aus erster Hand ein Feedback über ihre Bücher bekommen und darüber hinaus erfahren, wie bestimmte Handlungsstränge oder Figuren bei den Lesern ankommen oder ob es ihnen gelungen ist, die von ihnen angestrebte Stimmung tatsächlich bei den Lesern hervorzurufen. Deshalb geht eine gemeinsame Leserunde in ihrer Intensität immer über eine normale Rezension hinaus, der Autor ist sozusagen hautnah dabei, wenn sich die Leser mit seinem Buch beschäftigen.
 
Für die Leser ist es natürlich sehr spannend, Fragen, die ihnen bei der Lektüre unter den Nägeln brennen, direkt an den Autor stellen zu können. Dabei kann es um Verständnisfragen oder weiterführende Informationen oder um andere Details gehen, die ihnen bei der Lektüre aufgefallen sind. Neben diesen Fragen zu der aktuellen Lektüre ist auch der Einblick in die Schreibarbeit, den viele Autoren gewähren, für viele Leser sehr interessant.


Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)

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