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... Karin Slaughter
(Autorin)
erstellt am: 11. März 2009

(In: Federwelt Newsletter Nr. 108 vom März 2009)


3 Fragen an ... Karin Slaughter (Autorin)


Gerade einmal sieben Jahre nach Ihrem Debütroman, "Belladonna", zählen Sie zu den erfolgreichsten internationalen Thrillerautoren. Gibt Ihnen dieser Erfolg nun die Freiheit zu schreiben, was immer Sie möchten, oder schränkt er Sie sogar auf irgendeine Art ein?
 
Glücklicherweise haben mich meine Verleger immer darin unterstützt, das zu schreiben, was meine Leidenschaft ist. Natürlich schreibe ich weiterhin Thriller, es könnte also durchaus sein, dass sie sich plötzlich sperren, wenn ich Ihnen ein Buch mit strickenden und Tee trinkenden Katzen vorschlage.
 
Ihre ersten schriftstellerischen Schritte haben Sie mit historischen Stoffen unternommen, aber es waren Ihre Thriller, die den Durchbruch brachten. Was glauben Sie, prädestiniert Sie dazu, Thriller zu schreiben (einmal abgesehen von Ihrem außerordentlich passenden Nachnamen). Was war daran anders, warum war es passender für Sie?
 
Ich habe Thriller immer geliebt, aber nie gedacht, dass ich selber einen schreiben könnte. Dass mein historischer Roman abgelehnt wurde, war sogar recht befreiend, da ich das Gefühl hatte, nun nichts mehr verlieren zu können. Ich habe Belladonna wie in einem Fieberrausch geschrieben. Das war sehr reinigend und befreiend, und ich kann mir nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu tun (obwohl ich hinzufügen möchte, dass sogar mein historischer Roman einen ordentlichen Mord hatte).
 
Was denken Sie, interessiert Menschen an Thrillern? Ist das einfach nur eine Art Sensationslust, Brutalität und Blut mitzuerleben? Oder gibt es da auch einen unbewussten reinigenden Aspekt, auf den Stephen King gerne hinweist, dass Menschen ihren Ängsten in einem kontrollierten Umfeld entgegentreten möchten, damit es ihnen leichter fällt, mit ihren Problemen in der Realität umzugehen?
 
Wenn man sich Geschichten anschaut, die Bestand haben, ob es Beowulf, Hamlet oder Wer die Nachtigall stört ist, dann haben sie alle einen Anteil von Verbrechen oder Gewalt. Als wir Menschen noch in Höhlen gelebt haben, waren wir genetisch drauf programmiert, uns Gewalt oder der Bedrohung durch Gewalt bewusst zu sein. Ich glaube, wir haben uns daraus nicht weiterentwickelt, nur dass wir heute nicht mehr vor Fleischfressern auf der Hut sind, sondern den neuesten Pageturner lesen

Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)

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© Sandra Uschtrin | Uschtrin Verlag | 2010

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