(In: Federwelt Newsletter Nr. 65 vom August 2005)
Dein Roman "Die Zwerge" hat die 100.000er-Marke bei den verkauften Exemplaren längst überschritten - ein Erfolg, der auch mit Stan Nicholls' "Die Orks" zusammenhängt. Inwiefern hast du dich beim Schreiben an Nicholls' Roman orientiert? Ist nur der Titel ähnlich?
Ich kenne die "Orks" nur vom Hörensagen, habe weder hineingelesen, noch kenne ich den Inhalt. Die ähnlichen Titel rühren daher, nehme ich an, dass der Verlag klar machen wollte, um was es in dem Buch geht: Zwerge. Ansonsten hat die Welt nichts mit der aus "Die Orks" zu tun, es ist meine eigene Kreation und nennt sich "Das Geborgene Land". Klar war, dass die Zwerge als Fantasyvolk im Mittelpunkt stehen sollten, was sie in bisher nicht in diesen Ausmaßen taten.
Man hat mir damals die freie Wahl gelassen, welche Rasse ich mir erwähle. Ich vermute, man hat darauf spekuliert, dass es die Elfen sein würden. Schon allein der Titel hätte für sichere Verkaufszahlen gesorgt, weil die Elfen bei vielen einfach gut ankommen. Aber es gibt schon jede Menge Bücher über Elfen und ich finde sie nach wie vor zu perfekt, zu abgehoben, zu arrogant. Als ich dann sagte: "Zwerge", hielt sich die Freude in Grenzen. Aber es hat funktioniert. Und das freut mich wieder sehr.
Der zweite Band der Trilogie rund um die Zwerge war genauso erfolgreich, der dritte Band kommt im Oktober mit immenser Startauflage auf den Markt. Beeinflusst das die Nachfrage nach deiner Ulldart-Serie?
Sicher! Und das macht mich ziemlich glücklich. Ulldart war niemals als High-Fantasy (Elben, Orks, Zwerge, Zauberer) gedacht, sondern absichtlich angelegt worden, um den Leserinnen und Lesern Abwechslung zu bieten. Und weil es mir immensen Spaß macht, andere Wege zu gehen. Sicher ist Ulldart vorher wahrgenommen worden. "Die Zwerge" aber haben der Serie die Aufmerksamkeit verschafft, die ich ihr immer gewünscht habe.
Hast du einen Rat für Nachwuchsautoren, die Fantasy schreiben?
Alle Ideen aufschreiben und niemals aufgeben, auch wenn man Absagen von Verlagen bekommt. Im Jugendbuchbereich gibt es einen Kollegen, dessen Buch schätzungsweise 45 Mal abgelehnt wurde. Nachdem es doch einen Verlag gefunden hat, sind nun 600.000 Stück über den Ladentisch gewandert. Was lernen wir daraus? Richtig: niemals aufgeben.
Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)
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