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... Carsten Brombach
Amigo-Spiele
erstellt am: 4. April 2006

(In: Federwelt Newsletter Nr. 73 vom April 2006)

Drei Fragen an ... Carsten Brombach (Amigo-Spiele)

Wie wird man Spiele-Autor? Genügt es, sich bei Ihnen mit einer Idee zu bewerben, oder reicht man ein fertiges Spiel samt Layout und gekonnt geschriebener Anleitung ein?

Ein Exposé - Kurzbeschreibung, Spielregel und nach Möglichkeit Fotos des Prototypen - ist unserer Redaktion für den Erstkontakt am liebsten. Das ist vor allem ein Platz- und Versandproblem: Jedes Jahr gehen bei uns zwischen 800 und 1000 Spielvorschläge ein. Wenn die alle in reichhaltig ausgestatteten Schachteln kommen, ist die Redaktion schnell "eingemauert". Ein Prototyp wird dann als zweiter Schritt angefordert, wenn die Grundidee Anklang gefunden hat. Eine gute, das heißt vor allem strukturierte und verständlich geschriebene Anleitung hilft aber in jedem Fall, denn der Prototyp geht in externe Testgruppen, die das Spiel prüfen und bewerten und die nicht alle aus Profis bestehen.

In welchem Rahmen bewegt sich das Honorar, wenn ein Spiel von Ihnen für gut befunden wird und tatsächlich auf den Markt kommt?

Das hängt vor allem vom Erfolg des Spiels ab, denn in aller Regel erhält der Autor einen prozentualen Anteil an jedem verkauften Spiel. Auf Anhieb reich wird man aber eher nicht - die Zahl derer, die ausschließlich vom Spiele-Erfinden leben können, ist noch mal um einiges geringer als die der Vollzeit-Buchautoren.

"Heimlich & Co", "Bohnanza", "Halli Galli" - Amigo-Spiele hat einige sehr große Erfolge errungen. Was macht ein Spiel zum Verkaufsschlager? Lässt sich das durch gutes Marketing fördern oder zählt nur die bahnbrechende Spielidee?

An sich müsste ich jetzt sagen: "Alles Marketing natürlich!", schon um meiner eigenen Existenzberechtigung willen, aber das wäre hochgradige Selbstüberschätzung. Natürlich spielt Marketing mit hinein, wenn auch - zumindest bei den kleinen, preiswerten Spielen, wie wir sie überwiegend herausbringen - selten im Sinne aufwändiger Anzeigen- oder gar TV-Kampagnen. Vor allem aber hängt es davon ab, wie das Spiel bei den Spielern ankommt, und da kommen eine Menge Faktoren zusammen: Originalität (im Spielmechanismus an sich und/oder der thematischen Umsetzung), grafische Aufmachung und Cover, Spielregel, Schwierigkeit, Spieldauer und vieles mehr. Ein weitgehender Garant für Verkaufserfolg ist die Auszeichnung als Spiel des Jahres - ein Spiel, das den "Pöppel" trägt, verkauft sich um ein Vielfaches öfter als eines ohne.

Falls Sie sich den Entstehungsprozess eines Spiels bei uns im Verlag ein bisschen detaillierter ansehen möchten - diesen haben wir vor kurzem in einer Artikelreihe auf unserer Homepage begleitet (die zu schreiben ich das große Vergnügen hatte). Sie finden sie unter
http://www.amigo-spiele.de/Amigo_Kopfkarton_Start.Amigo.


Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)

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