(In: Federwelt Newsletter Nr. 75 vom Juni 2006)
Drei Fragen an ... Markus Elsen (Chefredakteur "buchreport")
Sie bieten mit dem wöchentlichen "buchreport.express" und dem monatlichen "buchreport.magazin" wichtige Informationsquellen für Buchhändler und Verlage. Oft berichten sie über innovative Verkaufsstrategien. Ist die stärkste Werbung für ein Buch nicht die Mundpropaganda? Oder, andersherum gefragt, lässt sich ein schlechtes Buch durch gutes Marketing erfolgreich verkaufen?
Persönliche Empfehlungen sind zweifellos die beste, günstigste und nachhaltigste Werbeform. Leider können Verlage die Mundpropaganda nicht steuern. Mit Guerilla-Aktionen oder Weblogs können Sie allenfalls ein wenig nachhelfen, dass positive Meinungen verstärkt Gehör finden. Für schlechte Bücher gelten dieselben Regeln wie für alle Produkte: Stimmt die Qualität nicht, ist Werbung nicht nur überflüssig, sondern kontraproduktiv. Das schlechte Produktimage schadet unmittelbar dem Absender der Nachricht - in diesem Fall vor allem dem Autor, da Verlagsmarken für den Käufer zumindest in der Belletristik kaum eine Rolle spielen.
Seit der "buchreport" zur Buchmesse 1970 das erste Mal erschien, hat sich in der Branche einiges verändert. Wohin geht die Entwicklung?
Die Marktkonzentration schreitet im Buchhandel stetig voran, so dass die Luft für kleinere Sortimenter in Mittel- und Großstädten zunehmend dünner wird. Mehr denn je zählt deshalb ein unverwechselbares Produktportfolio, eine ansprechende Warenpräsentation und ein Top-Service. Aufgrund der wachsenden Marktmacht der großen Ketten fällt es kleinen Verlagen, die nicht in der Lage sind, hohe Werbekostenzuschüsse zu zahlen, schwerer, ihre Bücher am Point of Sale zu präsentieren.
Bücher konkurrieren heute mit den mächtigen elektronischen Medien, die einen Großteil des Freizeitbudgets binden, das früher für die Lektüre von Büchern zur Verfügung stand. Mehr denn je zählt deshalb ein wirkungsvolles Gattungsmarketing. Dazu zählt auch die Leseförderung, die gerade Kindern und Jugendlichen den Wert des Lesens verstärkt ins Gedächtnis rufen muss. Tolle Bücher regen schließlich nicht nur die Fantasie an, sie sind auch weit spannender als Computerspiele und TV-Sendungen.
Welche Bedeutung messen Sie den - von Ihnen ermittelten - Bestsellerlisten in "Spiegel" und "Gong" bei? Gibt es Kniffe, die es erleichtern, ein Buch darauf zu platzieren, z.B. durch den Erscheinungstermin?
Die Bestsellerlisten sind für das Image des "buchreport" von entscheidender Bedeutung. "Kniffe", ein Buch auf einer der Listen zu platzieren, gibt es selbstverständlich nicht, da wir uns höchster Objektivität verpflichtet haben. "buchreport" ermittelt die Listen durch elektronische Abfrage in den Warenwirtschaftssystemen von rund 350 Buchhändlern, die so ausgewählt wurden, dass sie mit ihren Umsätzen und Standorten der Gesamtheit des Buchhandels in Deutschland entsprechen. Die elektronische Abfrage garantiert ein sehr genaues Bild des effektiven Marktgeschehens und spiegelt die Abverkäufe im Buchhandel mit einem Zeitabstand von nur wenigen Verkaufstagen.
Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)
|
© Sandra Uschtrin | Uschtrin Verlag | 19972012
über 25 Jahre "Handbuch für Autorinnen und Autoren"
Die Jubiläumsausgabe!
Hardcover. 704 Seiten. 49,90 EUR. www.uschtrin.de/handbuch.html
Uschtrin Verlag,Taxisstr. 15, D-80637 München, fon: +49 (0) 89 159 80 166, fax: +49 (0) 89 159 80 167
eMail: info@uschtrin.de, Internet: www.uschtrin.de