(In: Federwelt Newsletter Nr. 82, Januar 2007)
Drei Fragen an ... Erich Koslowski (Brendow-Verlagsleiter)
Sie kommen ursprünglich aus dem Piper Verlag, jetzt leiten Sie Brendow, ein christliches Verlagshaus. Inwiefern unterscheiden sich die Märkte? Wieviele christliche Buchhandlungen gibt es?
"Die Märkte" sind zuerst einmal die Buchhändler als unsere eigentlichen Kunden. Diese zu überzeugen ist immer die schwierigste Aufgabe des Vertriebs. Jeder Händler hat immer einen bestimmten Typus von Kunden vor Augen und bewertet die angebotenen Bücher mit diesem Bild im Kopf. Und jeder Buchhändler ist auch selbst Büchernarr. Wir haben keinen Zweifel daran, dass unsere Bücher, die Sinnfragen stellen und neue Lebensperspektiven eröffnen, auf ein begieriges Publikum treffen. Aber der Weg zum Leser führt immer durch das Nadelöhr Buchhandel - ob christlich oder nicht.
Im Zusammenhang mit der Verfilmung der "Chroniken von Narnia" aus Ihrem Verlag haben Sie auch die Kaufhäuser, den Bahnhofsbuchhandel und Buchhandlungen in breiter Masse erreicht. Wird Ihnen Hollywood 2007 ein zweites Mal den Rücken stärken?
Tatsächlich haben wir etwa eine Million Bücher zusätzlich rund um die Disney-Verfilmung verkaufen können. Die "Chroniken von Narnia" von C.S. Lewis waren die erfolgreichste Jugendbuchreihe aller Zeiten, bis Harry Potter erschien. Und endlich haben auch die deutschsprachigen Leser diesen wundervollen Zyklus für sich entdeckt! Die "Chroniken" sind für uns aber nicht nur ein Verkaufserfolg, sondern haben strategisch sehr große Bedeutung, wollen wir doch mit unserem ganzen Programm ein breites Publikum jenseits der christlichen Klientel erreichen. Wir erwarten also, dass die Verfilmung des nächsten Titels aus der Reihe, Prinz Caspian von Narnia, erneut den gesamten deutschen Buchhandel von Brendow-Titeln überzeugen wird - nur leider erst im Frühjahr 2008, wenn der Film in die Kinos kommt.
Was erwarten Sie von Ihren Autoren? Welche Art von Manuskript suchen Sie momentan?
Wir suchen gute Romane, brisante und aktuelle Sachbücher sowie ganzheitliche Ratgeber. Brendow will als Publikumsverlag mit im besten Sinne anstößigem Programm stark wachsen. Anstößig heißt hier herausfordernd, anregend, hilfreich, unterhaltend, aufklärend - und zwar aus christlicher Perspektive. Idealerweise verbindet sich der Glaube des Autors oder der Autorin mit einem Text, der genau diese Lebenshaltung authentisch umsetzt - ob in einer spannenden Romanhandlung, in einem Sachbuch, das politische Fragen gegen den Strich bürstet, oder einem Ratgeber, der das heilsame Handeln Gottes mit in den Blick nimmt.
Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)
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© Sandra Uschtrin | Uschtrin Verlag | 19972012
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