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... Kathrin Lange
Autorin
erstellt am: 6. Mai 2007

(In: Federwelt Newsletter Nr. 85 vom April 2007

Drei Fragen an ... Kathrin Lange (Autorin)

Bevor du bei Kindler und S. Fischer unter Vertrag kamst, hast du ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht. Wie siehst du das aus heutiger Perspektive? Wenn du noch einmal von vorn beginnen müsstest, würdest du es wieder so machen?
 
Auf jeden Fall, denn erst durch die Veröffentlichung im Selbstverlag kam ich an meine erste Literaturagentin. Abgesehen davon habe ich durch diese Veröffentlichung mehr über den Buchmarkt gelernt als in den Jahren zuvor. Es war einfach ein spannendes Projekt.
 
Dein aktueller historischer Roman, "Das achte Astrolabium", ist von mörderischer Spannung. Er hätte ebensogut als Thriller veröffentlicht werden können. Empfindest du die starke Abgrenzung der Genres im Buchhandel als Hindernis?
 
Für "Das achte Astrolabium" ist diese Genreabgrenzung wahrscheinlich tatsächlich ein Problem. Ich finde es sehr schade, dass in den Köpfen der meisten Buchhändler dieses Schubladendenken herrscht, aber ich kann natürlich nachvollziehen, warum das so ist. Schließlich war ich selbst lange genug Buchhändlerin. Man ist bei aller heute herrschenden Hektik einfach über jedes Buch, das sich mit den Worten "Das ist genauso gut wie Autor xy" verkaufen lässt, sehr, sehr dankbar. Und als Autorin habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, diese Genreabgrenzung im Auge zu behalten - auch wenn ich mich beim Schreiben nicht immer daran halte. Siehe "Das achte Astrolabium".
 
Woher nimmst du die kreative Kraft, in relativ kurzer Zeit so viele verschiedene, umfangreiche Geschichten niederzuschreiben, Fantasy, Historische Romane und Jugendbücher?
 
So kurz ist die Zeit ja gar nicht! Ich brauche schon ungefähr ein Jahr für einen Roman, aber da ich immer mit mehreren Ideen schwanger gehe, sieht das oft kürzer aus als es tatsächlich ist. Ich lese viel und gerne, und zwar nicht nur Bücher, sondern auch eine Menge Fachzeitschriften. Aus dieser Lektüre ziehe ich einen Großteil meiner Anregungen. Und wahrscheinlich bin ich einfach mit einer Phantasie gesegnet, die den ganzen Tag auf Hochtouren läuft.  Auch in der Nacht übrigens, was manchmal schon zu Schlafproblemen führt. Ich lese oder höre irgendwo etwas und sofort beginnt mein Kopf damit, dieses Detail in eine Geschichte einzubinden. Erweist sich die Geschichte als tauglich und interessiert sie einen meiner Verlage, fange ich an zu recherchieren, einen Plot auszuarbeiten und schließlich dann irgendwann zu schreiben.


Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)

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