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... Christoph Silber
Drehbuchautor
erstellt am: 3. September 2007

(In: Federwelt Newsletter Nr. 90 vom September 2007

Drei Fragen an ... Christoph Silber (Drehbuchautor)

Über deinen Tatort "Investigativ" schrieb DIE WELT: "Sensationell! Einer der spannendsten Tatort-Fälle der letzten Jahre." Sieben Millionen Menschen haben ihn gesehen. Dann aber hast du einen Low-Budget-Kinofilm gedreht, "Wie man sich umbringt, ohne zu sterben". Könntest du nicht mehr Geld verdienen und mehr Erfolg haben mit größeren Projekten?

"Wie man sich umbringt, ohne zu sterben" ist ein Film, den ich einfach machen musste.

Die Geschichte und ihr Held sind mir wahnsinnig wichtig, wichtiger als Ruhm und Geld, weil sie sehr viel mit mir zu tun haben und mit dem, woran ich glaube. Aber mit Tatort-Krimis geht es natürlich auch weiter. Ich habe gerade mit meinem guten Freund und Co-Autor Thorsten Wettcke dem Angebot des NDR zugestimmt, für die nächsten drei Jahre die Fälle des neuen Hamburger Tatort-Kommissars Mehmet Kurtulus zu betreuen.

Du ziehst dieses Jahr nach New York, arbeitest auch schon längst als Drehbuchautor für das amerikanische Fernsehen. Andererseits hattest du im deutschen Kino große Erfolge, wie zum Beispiel als Co-Autor von "Good Bye, Lenin". Ist in Amerika mehr zu erreichen? Wie unterscheiden sich die Filmbranchen für dich als Drehbuchautor hier und dort?

Nach New York ziehe ich vor allem aus privaten Gründen, weil meine Frau von dort kommt. Und ich lasse mehr als einen Koffer in Berlin, um auch hier weiter zu arbeiten ... Aber zur Frage nach dem Geschäft: Sicherlich ist die Branche in den USA groß und reich an Möglichkeiten. Autoren stehen dort nicht nur wegen des größeren Filmmarktes, sondern vor allem dank der Writers Guild in Sachen Honorar und Urheberrechte besser da als die Kollegen hier in Deutschland. Zum anderen ist die Konkurrenz natürlich weitaus größer, und hierzulande hat man deshalb manchmal mehr Freiheiten. Aber wenn man seinen Beruf nicht in erster Linie des Geldes wegen macht, sondern der Welt wirklich was sagen will, hat man immer einen steinigen Weg vor sich.

Was rätst du jemandem, der einen Einstieg als Drehbuchautor finden will? Wie sollte man beginnen und welchen Fehler auf jeden Fall vermeiden?

Ich denke, da gibt es verschiedene Wege. Ich selbst habe nie eine Filmschule besucht und bin über einen Job als Rechercheur bei einer Krimi-Serie ins Filmgeschäft gekommen. Andere gehen auf Hochschulen und schaffen es genauso. Am wichtigsten ist, dass man diesen Beruf wirklich von ganzem Herzen will und Schreiben nicht als Hobby, sondern als lebensnotwendige Tätigkeit ansieht, so wie Essen und Trinken. Wer vorm Fernseher sitzt und sagt, "Das kann ich doch auch", oder wer einfach nur seinen Namen auf einer Leinwand sehen will, sollte lieber die Finger davon lassen.


Fragesteller: Titus Müller, Herausgeber des Federwelt Newsletters (www.federwelt.de)

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